Tupac Shakur

Tupac Amaru Shakur (* 16. Juni 1971 in Brooklyn, New York City; † 13. September 1996 in Las Vegas, Nevada), auch bekannt unter seinen Pseudonymen 2Pac bzw. Tupac und Makaveli (nach dem italienischen Dichter/Staatsphilosoph Niccolò Machiavelli), war einer der erfolgreichsten US-amerikanischen Rap-Musiker. Tupac verkaufte weltweit bisher 75 Mio. Tonträger. Seine Archivaufnahmen wurden nach seinem Tod ebenfalls Verkaufserfolge.

    Biographie

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    Zeichnung Shakurs

    Tupac Shakur wuchs mit seiner Halbschwester Sekyiwa Shakur bei seiner Mutter Afeni in ärmlichen Verhältnissen auf. Seinen leiblichen Vater William „Billy“ Garland, ein ehemaliges Black Panther-Mitglied, lernte er erst als erwachsener Mann kennen. Sein Stiefvater, Mutulu Shakur – Bruder der Bürgerrechtlerin Assata Shakur, Vater seiner Halbschwester und Tupacs Stiefbruder Mopreme Shakur – wurde nach einem Banküberfall zu 60 Jahren Haft verurteilt. Den Großteil seiner Jugend verbrachte Shakur mit seiner Mutter und seiner Halbschwester in ständig wechselnden Unterkünften in New York. Seine Vornamen Tupac Amaru verdankt Shakur der Zugehörigkeit seiner leiblichen Eltern zur Black-Panther-Bewegung, sie sind eine Anspielung auf Túpac Amaru I., einen Freiheitskämpfer der Inkas gegen die spanischen Eroberer.

    1986 zog Afeni Shakur mit ihren Kindern nach Baltimore, Maryland in eine zum Großteil weiße, bürgerlich geprägte Nachbarschaft. Dort besuchte Shakur die Baltimore School for the Arts. Er belegte Kurse in Literatur und Ballett, las viel und spielte Theater. Gleichzeitig fing er an zu rappen. Obwohl er seiner sozialen Herkunft wegen ein Außenseiter war, bezeichnete er später bei vielen Gelegenheiten die Jahre in Baltimore als die glücklichsten seines Lebens; er sah sich gegenüber den anderen Jugendlichen in seiner Nachbarschaft als vom Schicksal privilegiert und erkannte die Bedeutung von Bildung. Im Jahre 1988 zog seine Mutter jedoch zwecks Arbeitssuche an die Westküste und ließ sich dort in , Kalifornien nieder. Damit entwurzelte sie den nach einer Vaterfigur suchenden Shakur ein weiteres Mal. Tupac selbst sah den Umzug und seinen damit verbundenen Schulabbruch rückblickend als den entscheidenden Punkt, „an dem ich auf die schiefe Bahn geriet“ („where I got off track“).

    In den Ghettos von Oakland schaute er zu den erfolgreichen Zuhältern und Drogenhändlern seines Viertels auf und versuchte sich schließlich selbst im Drogenhandel. Gleichzeitig aber kam er mit Leuten aus dem Musikgeschäft zusammen, die ihm zu einem losen Engagement als Roadie, Tänzer und schließlich auch Rapper bei der Rapgruppe Digital Underground verhalfen. Mit einem Auftritt in dem Digital-Underground-Titel „Same Song“ machte er auf sich aufmerksam und erhielt seinen ersten Soloplattenvertrag bei der Firma Interscope Records. 1991 veröffentlichte Tupac Shakur sein erstes und zugleich politischstes Album 2Pacalypse Now. Zwei Jahre später folgte Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z. Neben der Musik trat Shakur in einer Reihe von Filmen auf, etwa in Poetic Justice an der Seite von Janet Jackson.

    Zu dieser Zeit geriet er in eine Reihe gewalttätiger Auseinandersetzungen, die ihm zahlreiche Gerichtsverfahren einbrachten. Auf der anderen Seite war Shakur sozial engagiert – er richtete z. B. ein Sorgentelefon für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche ein. 1994 wurde er angeschossen, als er sich mit Christopher Wallace, besser bekannt als „The Notorious B.I.G.“, und Sean Combs alias „Puff Daddy“ in den Time Square’s Quad Recording Studios von New York traf, um einen neuen Titel einzuspielen. Er wurde von fünf Schüssen getroffen, einer davon traf ihn am Kopf. Er überlebte den Angriff und beschuldigte Combs und Wallace des Attentats, was der Beginn der so genannten East-Coast-vs.-West-Coast-Fehde wurde. Im Jahr 1995 wurde Shakur wegen sexueller Belästigung verurteilt. Während er im Gefängnis saß, erreichte sein Album Me Against the World Platz 1 der Billboard Charts. Von den ursprünglich vorgesehenen viereinhalb Jahren Haft verbüßte er jedoch nur elfeinhalb Monate, da er vom Chef des Labels Death Row Records, Suge Knight, für 1,4 Mio. US-Dollar Kaution ausgelöst wurde. Im Gefängnis schrieb Shakur, der sich in Anspielung auf den berühmten florentinischen Staatstheoretiker des 15. Jahrhunderts, Niccolò Machiavelli, Makaveli nannte, das Drehbuch Live 2 Tell, das vom Ausstieg eines Drogenkönigs erzählt.

    Tod

    Das Logo des Rappers

    Am 7. September 1996 wurde Tupac Shakur in Las Vegas erneut angeschossen, nachdem er sich mit Suge Knight und mehreren Freunden den Boxkampf seines Freundes Mike Tyson gegen Bruce Seldon im MGM Grand Hotel angesehen hatte. An einer roten Ampel, Ecke East Flamingo Road/Koval Lane, fielen Schüsse auf den schwarzen BMW 750i, in dem sich der Rapper befand. Vier Projektile durchschlugen die Reifen, fünf die Beifahrertür und drei Projektile zerschlugen die Fensterscheiben. Shakur wurde durch mehrere Schüsse in Brust, Becken und den rechten Arm getroffen, unter anderem durchschlug ein Projektil seinen rechten Lungenflügel. Der ebenfalls sich im Wagen befindende Suge Knight erlitt einen Streifschuss am Kopf. Im University Hospital wurde ein Lungenflügel entfernt und Tupac danach ins künstliche Koma gelegt, aus dem er nicht mehr erwachte. Am 13. September um 4:03 Uhr erlag Shakur im Krankenhaus seinen Schussverletzungen. Als offizielle Todesursache gilt Herz-Lungen-Versagen in Kombination mit Atemstillstand.

    Bis heute ist die Tat ungeklärt. Orlando Anderson, der als Hauptverdächtiger galt, wurde am 29. Mai 1998 in Los Angeles erschossen. Er war kurz vor dem Mord an Shakur von einer Gruppe um Shakur zusammengeschlagen worden, weil er ein Mitglied des Labels Death Row Records ausgeraubt haben soll. Dies wurde als Motiv vermutet. Die Körperverletzung war von Überwachungskameras aufgezeichnet worden und führte später zu empfindlichen Strafen für Mitglieder der Gruppe. Die Involvierung Andersons in den Mord an Shakur und die Frage, ob tatsächlich Rache sein Motiv für die tödlichen Schüsse gewesen sein könnte, bleibt offen.

    Verschwörungstheorien

    Tupac hat Machiavelli's Bücher Der Fürst (The Prince) und Discorsi 1995, als er wegen einer angeblichen Vergewaltigung im Gefängnis saß, gelesen und war von der Denkweise dieses Mannes fasziniert. Es fand ein Imagewechsel statt und er änderte seinen Künstlernamen in Makaveli. Dieser Alias ist an den Namen Machiavelli angelehnt. Niccolò Machiavelli war ein italienischer Historiker und ein politischer Philosoph, der die Relevanz von Moral in politischen Affären bestreitet und behauptet, dass es gerechtfertigt ist List und Betrügereien zu benutzen, um politische Macht zu ergreifen und um diese aufrechtzuerhalten.
    Machiavelli hatte zudem seinen Tod seinen Gegnern vorgetäuscht und tauchte für 18 Jahre unter.
    Anschließend veröffentlichte er All Eyez on Me, ein Doppelalbum. Dieses wurde noch unter seinem alten Künstlername 2Pac veröffentlicht. Trotzdem weist das Album einige Verbindungen zu Machiavelli auf. Die beiden CDs des Albums wurden nach diesen Büchern benannt, Book 1 und Book 2.
    Danach kam dann The Don Killuminati: The 7 Day Theory, ein Album, dass komplett die Richtung wechselte und diesmal stand auch der Name Makaveli auf dem Cover. Genau genommen Makaveli The Don Killuminati. Wobei The Don soviel bedeutet wie Der Führer und Killuminati setzt sich aus zwei Worten zusammen, Kill und Illuminati; Tupac hatte daraus Killuminati gemacht. Die Illuminati sind angeblich eine Organisation, die die Welt im Hintergrund regiert.
    Durch das Albumcover von The Don Killuminati: The 7 Day Theory, dass einen gekreuzigten Tupac zeigt, gab es nach seinem Tod die Vermutungen, dass Tupac noch leben könnte und sein Tod nur inszeniert war (wie es teilweise auch von Jesus vermutet wird). Des weiteren hatte das Album die Überschrift „Listen Very Carefully“ („Sehr genau zuhören“), was als ein Indiz angesehen wurde, dass Tupac in den Liedern seinen Plan angekündigt hatte.
    Auch weißt Tupac in vielen seiner Songs auf seinen Tod hin; aber auch auf sein wiederkommen. Dies unterstützt die These seines vorgetäuschten Todes. Würde jedoch Tupac Machiavelli folgen, so wäre er 2014 zurück auf die Bildfläche gekommen.
    In Verbindung mit Tupac taucht auch immer wieder die Zahl 7 auf. Auch dies wurde als eine Ankündigung, dass er 2014 wiederkehrt, verstanden (2+0+1+4=7). Künstlerisch aufgegriffen wurden die Verschwörungstheorien um 2Pac unter anderem in der Hörspielserie Offenbarung 23.

    Posthume Veröffentlichungen

    Auch nach seinem Tod erscheinen weiterhin Werke und Artikel, die bisher unveröffentlichtes Material enthalten. Ein Beispiel ist Ghetto Gospel, das 2005 veröffentlicht wurde. Das Lied, dessen Refrain Samples des Songs Indian Sunset von Elton John enthält, schaffte es in Großbritannien und Australien an die Spitze der Singlecharts.

    Stil

    Die Texte von Shakurs Titeln, etwa auch gemeinsam mit den Musikern Snoop Dogg, Dr. Dre, Michael Jackson und der Gruppe Outlawz veröffentlicht, drehen sich um Ghetto-Erfahrungen (z. B. in „My Block“) und Rassendiskriminierung. Dabei bedient er sich einer expliziten, teils gewaltverherrlichenden Sprache. Jugendliche Polizistenmörder gaben an, von seinem Lied Souljah’s Story zu ihrer Gewalttat inspiriert worden zu sein. Politisch konkreter wird 2Pac etwa in dem Lied „Panther Power“, das den American Dream verwirft und sich antikapitalistischer Rhetorik im Stil der Black-Panther-Linken bedient. Der teilweise gewaltverherrlichenden Sprache stehen Stücke mit gefühlvollen Texten gegenüber, etwa „Keep Ya Head Up“ oder „Dear Mama“. Ersteres Lied richtet sich gegen Frauendiskriminierung allgemein, das zweite ist eine ausgiebige Danksagung und Shakurs Mutter gewidmet.

    Rezeption

    Im April 2012 ließ Snoop Dogg beim kalifornischen Musik-Festival Coachella mit Hilfe eines aufwendigen computergestützten Verfahrens Shakur in einer lebensgroßen Projektion wiederauferstehen und präsentierte eine virtuelle Performance im Duett mit dem verstorbenen Künstler.

    Diskografie

    Hauptartikel: Tupac Shakur/Diskografie

    Studioalben

    Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
    Deutschland DE Osterreich AT Schweiz CH Vereinigtes Konigreich UK Vereinigte Staaten US
    1991 2Pacalypse Now 64
    (23 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 12. November 1991
    Verkäufe US: 900.000+
    1993 Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z. 24
    (60 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 16. Februar 1993
    Verkäufe US: 1.600.000+
    1995 Me Against the World 23
    (14 Wo.)
    90
    (1 Wo.)
    1
    (65 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 14. März 1995
    Verkäufe US: 3.500.000+
    1996 All Eyez on Me 16
    (24 Wo.)
    15
    (13 Wo.)
    32
    (15 Wo.)
    1
    (105 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 13. Februar 1996
    Verkäufe US: 5.800.000+
    The Don Killuminati: The 7 Day Theory 76
    (4 Wo.)
    53
    (2 Wo.)
    1
    (63 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 5. November 1996
    Verkäufe US: 4.000.000+
    Posthum veröffentlichte Studioalben
    1997 R U Still Down? (Remember Me) 25
    (9 Wo.)
    23
    (4 Wo.)
    44
    (5 Wo.)
    2
    (26 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 25. November 1997
    Verkäufe US: 2.100.000+
    2001 Until the End of Time 23
    (21 Wo.)
    63
    (4 Wo.)
    34
    (11 Wo.)
    31
    (18 Wo.)
    1
    (25 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 27. März 2001
    Verkäufe US: 2.200.000+
    2002 Better Dayz 45
    (9 Wo.)
    60
    (10 Wo.)
    68
    (8 Wo.)
    5
    (25 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 26. November 2002
    Verkäufe US: 1.700.000+
    2003 Tupac: Resurrection 76
    (6 Wo.)
    68
    (7 Wo.)
    62
    (13 Wo.)
    2
    (22 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 11. November 2003
    Verkäufe US: 1.600.000+
    2004 Loyal to the Game 50
    (12 Wo.)
    21
    (8 Wo.)
    20
    (20 Wo.)
    1
    (23 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 14. Dezember 2004
    Verkäufe US: 1.200.000+
    2006 Pac’s Life 62
    (2 Wo.)
    90
    (1 Wo.)
    9
    (15 Wo.)
    Erstveröffentlichung: 21. November 2006
    Verkäufe US: 400.000+

    Filmografie

    • 1987: College Fieber (Fernsehserie)
    • 1991: Valkenvania (Spielfilm)
    • 1992: Juice (Spielfilm)
    • 1993: Poetic Justice (Spielfilm)
    • 1994: Above The Rim (Spielfilm)
    • 1996: Saturday Night Special (US-Fernsehen)
    • 1996: Bullet – Auge um Auge (Spielfilm)
    • 1997: Gang Related (Spielfilm)
    • 1997: Gridlock’d – Voll drauf! (Spielfilm)

    Literatur

    • Michael Eric Dyson Holler if you hear me. Searching for Tupac Shakur, Basic Civitas Books, New York 2001

    Weblinks

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